Stiftung "Dr.-Heinrich-Weber-Preis"

Im Jahr 2000 stiftete der in Nürnberg lebende Mäzen Dr. Heinrich Weber für die Unterstützung der Erschließungs- und Forschungsarbeit in den Sammlungen des Goethe-Nationalmuseums zu Weimar einen Preis. Das Forschungsgebiet soll sich auf bisher nicht oder nicht ausreichend erschlossene Bestände konzentrieren. Der Preis trägt den Namen seines Spenders und wird überwiegend an junge Nachwuchswissenschaftler verliehen.

Der Preis ist mit 2.500,00 EUR dotiert. Um den Preis auch in Zukunft vergeben zu können, wurde eine gemeinnützige Stiftung gegründet. Das Stiftungskapital stellten der Mäzen und Namensgeber des Preises, Herr Dr. Heinrich Weber, und der Freundeskreis des Goethe-Nationalmuseums zur Verfügung.

Jährlich wird durch den Vorstand der Stiftung eine Preisaufgabe gestellt, für die sich Wissenschaftler bewerben können.



Im Folgenden wird die am 9. November 2000 unterzeichnete Satzung abgedruckt:

Dr.-Heinrich-Weber-Preis
des Freundeskreises des Goethe-Nationalmuseums e.V.

Gerade in unserer Zeit, in der die Kultur durch die öffentliche Hand immer weniger Unterstützung erfährt, erhält privates Mäzenatentum ständig wachsende Bedeutung bei der Kulturpflege und -förderung. Das Zusammenspiel von öffentlicher Hand und privatem Engagement ermöglicht der Kultur jene Vielfalt der Ausdrucksformen, die das Gesicht unserer Gesellschaft wesentlich prägen und zugleich Rang wie Reiz der Kunst bestimmen.

§ 1
Gefördert werden soll konkrete Erschließungs- und Erforschungsarbeit an den Sammlungen des Goethe-Nationalmuseums zu Weimar. Dabei kommt jährlich ein Preisgeld von EUR 2.500 zur Vergabe.
Bevorzugt sollen junge Nachwuchswissenschaftler den Preis erhalten.

§ 2
Entsprechende Anträge sind formlos über den Vorstand des Freundeskreises des Goethe-Nationalmuseums e. V. 99423 Weimar, Frauenplan 1, einzureichen. Dem Antrag ist eine ausführliche Beschreibung des Projektes sowie entsprechendes Abbildungs- bzw. Dokumentationsmaterial beizufügen.

§ 3
Über die Verleihung entscheidet ein Kuratorium. Ihm gehören an:

Dr. Heinrich Weber, Nürnberg
Der Vorsitzende des Freundeskreises des Goethe-Nationalmuseums e. V.
Die Direktion des Goethe-Nationalmuseums Weimar

Das Kuratorium prüft die Vollständigkeit und Vereinbarkeit des Antrags mit der Satzung des Dr.-Heinrich-Weber-Preises und entscheidet darüber hinaus über die Art und Weise der Veröffentlichung.

Eine Ablehnung von Anträgen durch das Kuratorium wird gegenüber dem Antragsteller nicht begründet.

§ 4
Die Preisaufgabe ist verbunden mit der Erschließungs- oder Forschungsarbeit an einem Kunstwerk, einem Sammlungsbestand oder einer entsprechenden sammlungsbezogenen Aufgabe. Es muß sich um Bestände des Goethe-Nationalmuseums in Weimar handeln.

§ 5
Die öffentliche Verleihung des Dr.-Heinrich-Weber-Preises erfolgt am 28. August eines jeden Jahres, dem Geburtstag Goethes, im Rahmen der tradtonellen Feierlichkeiten des Freundeskreises des Goethe-Nationalmuseums. Hier soll das abgeschlossene Projekt in der Öffentlichkeit gewürdigt und gleichzeitig das Künftige vorgestellt werden.

§ 6
Der Preisträger erhält eine Urkunde, in der das konkrete Projekt beschrieben und der besondere Erfolg der Arbeit gewürdigt werden. Die Urkunde wird von einem Mitglied des Kuratoriums persönlich ausgehändigt.

§ 7
Diese Satzung wurde vom Stifter des Projektes, Herrn Dr. Heinrich Weber, vom stellvertretenden Direktor des Goethe-Nationalmuseums und vom Vorstand des Freundeskreises des Goethe-Nationalmuseums gemeinsam festgelegt und verabschiedet.

Nürnberg und Weimar, den 9.11.2000
Dr. Heinrich Weber, Dieter Höhnl, Prof. Dr. Gerhard Schuster

Durchführungsbestimmung:

Herr Dr. Weber hat sich am 28. August 2000 bereiterklärt, dem Freundeskreis des Goethe-Nationalmuseums zunächst für die ersten vier Preisaufgaben einen Betrag von EUR 10.000 zu überweisen. Die öffentliche Unterzeichnung der Satzung des Dr.-Heinrich-Weber-Preises soll in einer Veranstaltung des Freundeskreises am 9. November 2000 erfolgen. Gleichzeitig wird die erste Preisaufgabe vorgestellt. Die Arbeitsergebnisse sollen am 28. August 2001 der Öffentlichkeit präsentiert werden; gleichzeitig wird eine neue Preisaufgabe benannt. Die erste Preisaufgabe zielt auf die wissenschaftliche Bearbeitung des Charles-Gore-Bestandes im Goethe-Nationalmuseum.

Dieter Höhnl

Aus: Thüringer Museumshefte. Nr. 3/2000, S. 12 ff.

Die Preisträger:
Veröffentlichung jeweils im Augenblick Nr. 4.
2010 Dr. Paul Kahl
Kulturgeschichte des Dichterhauses im 19. Jahrhundert.
2008 Cornelia Irmisch
Die Bearbeitung der Daktyliothek August Kestner aus Goethes Kunstsammlung.
2007 Christine Demele
Wissenschaftliche Bearbeitung der italienischen Zeichnungen aus Johann Wolfgang von Goethes grafischer Sammlung

Ausstellung: "Perlenfischerey - Italienische Zeichnungen aus Goethes Sammlungen"
2006 Ivonne Kamradt
Neubearbeitung von Goethes Gesteinssammlung aus Karlsbad und Umgebung
2005 Hildegard Wiegel
Bearbeitung des grafischen Nachlasses von Johann Heinrich Meyer
2004 Susanne Müller-Wolff
Bearbeitung der Scherenschnitte von Adele Schopenhauer
2003 Dr. Kerstin Knebel
Bearbeitung von 170 Handzeichnungen von Johann Joseph Schmeller
2002 Philine Brandt
Bearbeitung von 450 Druckgrafiken nach Raffael
2001 Alexander Rosenbaum
Bearbeitung von Aquarellen und Zeichnungen aus dem Nachlass Charles Gore