Im Dezember 1990 konstituierte sich der Freundeskreis des Goethe-Nationalmuseums als selbstständiger Verein. Die Mitglieder sind kulturell interessierte und engagierte Personen und Institutionen, die sich die ideelle und materielle Unterstützung des Goethe-Nationalmuseums in Weimar sowie die Popularisierung des klassischen Erbes im allgemeinen und des Goeth'schen Gedankengutes im besonderen zur Aufgabe gemacht haben.
Die Geschichte des Vereins umfasst bald 100 Jahre und geht auf das Jahr 1910 zurück. In diesem Jahr rief der damalige Direktor des Goethe-Nationalmuseums, Professor Wolfgang von Oettingen, die "Vereinigung der Freunde des Goethehauses" ins Leben. Aktuelles und mittelfristiges Ziel der Vereinigung war die finanzielle Unterstützung des Museums, das auch durch diese Hilfe am 1. März 1914 seinen ersten Museumsanbau einweihen konnte.
Deutsche und europäische Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst waren dem Aufruf zum Beitritt gefolgt, darunter Gustav Stresemann, Anton Kippenberg, Bernhard Suphan, Henry van de Velde, Paul Heyse, Gerhart Hauptmann, der damalige Weimarer Großherzog Wilhelm Ernst, viele Freimaurerlogen Deutschlands und weitere Mitglieder aus Kalifornien, London, St. Petersburg, Philadelphia und Wien.
Etwa 250 Personen unterstützten in den Folgejahren das Goethe-Nationalmuseum mit Neuerwerbungen, Stiftungen, Ankäufen, Restaurierungen u. Ä. Erst 1944 musste die Arbeit des Vereins kriegsbedingt eingestellt werden. 1982 wurde die Vereinsidee erneut aufgegriffen und der „Freundeskreis des Goethe-Nationalmuseums“ gegründet, der sich 1990 rechtlich in einen eingeschriebenen Verein wandelte. Heute zählt der Verein ca. 350 natürliche, juristische bzw. korporative Mitglieder aus ganz Deutschland, aus Österreich, aus der Schweiz, aus Frankreich und aus den USA. Ein fünfköpfiger ehrenamtlicher Vorstand leitet in dreijährigen Wahlperioden die Geschicke des Vereins. Zum Ehrenbeirat wurde auf Grund seines Engagements für die Wieland-Erbepflege Herr Professor Dr. Jan Philipp Reemtsma aus Hamburg ernannt. Die Auszeichnung der Ehrenmitgliedschaft erhielten bislang die Schriftsteller Dr. Jutta Hecker (+), Weimar, Professor Effi Biedrzynski, Stuttgart, Professor Lew Kopelew (+), Köln und Dr. Peter Hacks, Berlin. Weitere Ehrenmitglieder auf Grund ihrer Verdienste um den Verein sind Elisabeth Erbgroßherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, München, Edeltrut und Werner Martin, Meisenheim/Glan und Brigitte Eismann, Weimar. Mitglieder auf Lebenszeit sind Konsul Peter Merck, Darmstadt, Peter Doderer, Bad Lear, und Dr. Heinrich Weber, Nürnberg.
Die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins umfasst u. a. monatliche Vorträge, eine Exkursion jährlich, eine Feier für verdiente juristische Mitglieder sowie die Organisation von Konzerten, Podiumsdiskussionen und Sonderveranstaltungen. Seit 1992 werden Jahresgaben an die Mitglieder vergeben sowie seit 1994 Ehrenmedaillen als Auszeichnungen verliehen (seit 2002 in neuer Form). Quartalsweise informiert der AugenBlick seit 2000 über aktuelle Projekte, Vorhaben und Veranstaltungen des Goethe-Nationalmuseums und seines Freundeskreises, während die im Zweijahresrhythmus erscheinende Zeitschrift „DIE PFORTE“ herausragende Vorträge und Forschungsergebnisse publiziert. Begründet im Jahr 2001 entstand eine eigene Buchreihe des Vereins, deren Bd. 1 der Wieland-Rezeption, Bd. 2 der Geschichte des Carl-Alexander-Denkmals gewidmet sind. Weitere Bände sind in Vorbereitung. Jährlich am 28. August, dem Geburtstag Goethes, wird der Dr.-Heinrich-Weber-Preis vergeben, der mit 2500 Euro dotiert ist.
Mit Sammlungsankäufen, Restaurierungen, Renovierungen und Publikationen wird der Freundeskreis auch weiterhin die Arbeit des Goethe-Nationalmuseums unterstützen, soweit dies der finanzielle Rahmen zuläßt. Zu diesem Zweck wirbt der Freundeskreis ständig um neue Mitglieder, werden Spenden gern entgegengenommen und am Erhalt dieses einmaligen Weltkulturerbes interessierte Sponsoren gesucht.